Inspiration: von anderen lernen – Teil 2 –

Auf die Idee mit den sprechenden Schrumpfköpfen haben mich übrigens die Schrumpfköpfe im fahrenden Ritter im dritten Harry-Potter-Film gebracht. Die Anatomie des Marionettenmannes ist ein Baustein aus dem Videospiel Slender – The Eight Pages, die Halluzination Hunger meines Protagonisten ist ein Baustein aus der Edelstein-Triologie von Kerstin Gier – und zwar Gwendolyns unsichtbarer Freund, der Wasserspeier – und die Erzählform eine Mischung aus der der Königsmörderchronik von Patrick Rothfuss und der bereits erwähnten Buchreihe Bartimäus. Setzt man all diese Bausteine zusammen, ergibt sich etwas völlig Neues.

 

Mehr noch:

Man beginnt mit einem oder mehreren Bausteinen, die einem bei einer anderen Geschichte gefallen haben. Aber man kann gar nicht vermeiden, dass sich etwas Neues daraus entwickelt. Dann fließt der eigene Geschmack ein. Erfahrungen oder Begegnungen aus dem echten Leben. Man strickt die Idee – den Baustein – weiter. Ein ganz extremes Beispiel ist Fan-Fiction. Man entwickelt nicht nur einen Baustein der Geschichte weiter sondern die Geschichte selbst. Wenn man Wikipedia trauen darf, hat die Autorin von Shades of Grey so begonnen. Sie strickte die Twighlight Saga von Stephenie Meyer weiter, bis etwas völlig Neues daraus wurde. Das funktioniert insbesondere dann gut, wenn man beim Lesen Ideen hat, wie die Geschichte weitergehen oder enden könnte. So erging es mir bei der Fantasy-Saga Der Dunkle Turm von Steven King. Im ersten Teil lässt der Revolverheld den Jungen Jake in die Tiefe stürzen, um sein Ziel – den Mann in Schwarz – zu erreichen. Doch bald kehrt Jake zurück. Er fürchtet, dass Roland ihn wieder im Stich lassen würde, um sein Ziel zu erreichen. Aber Roland scheint sich zu verändern. Seit er mit seinem Ka-Tet unterwegs ist, ist er nicht mehr der Revolvermann, der über Leichen gehen würde, um den Turm zu erreichen.

Der Dunkle Turm von Stephen King: Schwarz, Drei, Glas, tot., wolfsmond, Susannah, Der Turm

Der Dunkle Turm von Stephen King

Ich war immer der Meinung gewesen, dass Der Dunkle Turm und ein Happy End einfach nicht zusammenpassen. Deshalb spekulierte ich, dass Roland nach und nach immer größere Opfer bringen muss, um seinen Weg fortsetzen zu können. Am Ende stünde er vor der Wahl: Um die Reise zu beenden, muss er seine Freunde sterben lassen. So kurz vorm Ziel wird er wieder zu dem Mann, der er war, bevor er sich mit seinem Ka-Tet vereinte.

Es kam dann aber ganz anders. Deshalb entwarf ich einen Protagonisten, der in seinem Innersten ein Killer ist und immer bleiben wird. Er wird auf seinem Weg vielen Menschen begegnen, die er sogar seine Freunde nennen würde. Aber letzten Endes ist ihm nichts wichtiger als er selbst und sein Ziel.

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